Venenschwäche

Moderne Therapie bei Krampfadern, Veneninsuffizienz und Thrombosen

Venenerkrankungen zählen zu den häufigsten Gefäßerkrankungen. Sie betreffen das System der Blutgefäße, das das sauerstoffarme Blut zurück zum Herzen transportiert. Funktionieren die Venenklappen nicht mehr zuverlässig oder wird der Blutfluss gestört, kann es zu Krampfadern, Thrombosen oder chronischer venöser Insuffizienz kommen. Eine Venenschwäche sollte also frühzeitig erkannt und gezielt behandelt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. In unserer Gefäßmedizin bieten wir Ihnen eine umfassende Diagnostik und ein breites Spektrum moderner Therapieverfahren. Je nach Erkrankung und individueller Situation setzen wir auf konservative Maßnahmen, minimalinvasive Behandlungen oder – wenn erforderlich – operative Verfahren. Dabei wählen wir stets die für Sie schonendste und effektivste Methode.

Wie entsteht eine Venenschwäche?

Die Venen besitzen Klappen, die den Rückfluss des Blutes verhindern. Sind diese geschwächt oder überdehnt, versackt das Blut in den Gefäßen.

Begünstigende Faktoren sind:

  • Bindegewebsschwäche (häufig genetisch bedingt)
  • Bewegungsmangel
  • starke Gewichtsschwankungen
  • Schwangerschaften
  • längere Immobilität nach Operationen oder Verletzungen
  • angeborene Blutgerinnungsstörungen

Welche Arten von Venenerkrankungen werden im Eichsfeld Klinikum therapiert?

Krampfadern (Varikosis)

Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte oberflächliche Venen. In ihnen fließt das Blut langsamer, wodurch das Risiko für Thrombosen steigt.

Unbehandelte Krampfadern können zu Druckgefühl und Schwellungen führen, Entzündungen verursachen, das tiefe Venensystem überlasten und langfristig eine chronische venöse Insuffizienz (CVI) auslösen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu offenen Wunden (Ulcus cruris) am Unterschenkel kommen.

Venenthrombose

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene. Ursachen können sein:

  • verlangsamter Blutfluss
  • Gerinnungsstörungen
  • längere Bettlägerigkeit

Gefährlich wird es, wenn sich ein Gerinnsel löst und über das Herz in die Lunge gelangt – es kann eine Lungenarterienembolie entstehen.

May-Thurner-Syndrom

Beim sogenannten May-Thurner-Syndrom kommt es durch eine knöcherne Einengung im Becken zu einer Abflussstörung der Beckenvenen. Dies kann zu wiederkehrenden oder chronischen Thrombosen führen und langfristig eine chronische venöse Insuffizienz mit Geschwürbildung verursachen.

Diese Form der venösen Abflussstörung kann minimalinvasiv durch eine Stentimplantation in der Beckenvene behandelt werden.

Chronische venöse Insuffizienz (CVI)

Kommt es zu einem dauerhaften Versagen der Venenklappen – sowohl oberflächlich als auch im tiefen Venensystem – entsteht ein chronischer Rückstau im Bein.

Mögliche Folgen:

  • Schwellungen
  • Hautveränderungen
  • Verfärbungen
  • Verhärtungen
  • offene Wunden (Ulcus cruris)

Krampfadern behandeln

Ihre Therapieoptionen im Eichsfeld Klinikum

Die Behandlung der Varikosis richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung und dem individuellen Beschwerdebild.

Konservative Therapie

  • maßgefertigte Kompressionsstrümpfe
  • apparative intermittierende Kompression
  • Bewegungstherapie

Minimalinvasive Verfahren

  • Schaumsklerosierung (Verödungsbehandlung mit Aethoxysklerol)
  • Lasertherapie
  • Radiofrequenzablation
  • endoskopische Verfahren

Diese Methoden können einzeln oder kombiniert angewendet werden.

Operative Therapie

Bei ausgeprägter Varikosis kommen folgende operative Verfahren zum Einsatz:

  • Stripping (nach Babcock): Über einen kleinen Schnitt in der Leiste wird die geschädigte Vene mithilfe einer Sonde entfernt.
  • Miniphlebektomie: Kleinere insuffiziente Venenäste werden über winzige Stichinzisionen entfernt.