Durchblutungsstörungen der Beine
pAVK früh erkennen und gezielt behandeln
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Durchblutungsstörung der Beine, die durch Arterienverkalkungen (Arteriosklerose) entsteht. Unbehandelt kann sie zu erheblichen Einschränkungen der Mobilität und im fortgeschrittenen Stadium zu schwerwiegenden Gewebeschäden führen. Frühzeitig erkannt, lässt sich die pAVK in vielen Fällen gut behandeln und ihr Fortschreiten wirksam bremsen. In unserer Gefäßmedizin bieten wir Ihnen eine umfassende Diagnostik sowie ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept – von konservativen Maßnahmen über moderne kathetergestützte Verfahren bis hin zu operativen Eingriffen, wenn diese notwendig sind. Dabei stehen Sie als Patientin oder Patient stets im Mittelpunkt. Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, erklären verständlich alle Behandlungsschritte und begleiten Sie zuverlässig durch die gesamte Therapie.
Wie entsteht eine pAVK?
Durch Ablagerungen (Plaques) in den Arterien kommt es zunächst zu Gefäßverengungen (Stenosen) und später zu vollständigen Verschlüssen. Die Folge ist ein Sauerstoffmangel im Gewebe.
Typische erste Symptome sind:
- Schmerzen in der Wade, im Gesäß oder Oberschenkel beim Gehen
- verkürzte Gehstrecke
- Stehenbleiben zur Schmerzpause („Schaufensterkrankheit“, Claudicatio intermittens)
Im fortgeschrittenen Stadium können auftreten:
- Ruheschmerzen, insbesondere nachts
- Heraushängenlassen des Beines zur Schmerzlinderung
- nicht heilende Wunden
- Absterben von Gewebe (z. B. schwarze Zehen oder Ferse)
- Erektionsprobleme
Therapie der pAVK
Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Sie erfolgt leitliniengerecht und immer individuell abgestimmt.
1. Konservative Therapie – Gehtraining und Best Medical Treatment
Bei einer reinen Gehstreckenverkürzung wird zunächst ein strukturiertes Gehtraining über mindestens drei Monate empfohlen. Dieses wird mit einem konsequenten Best Medical Treatment kombiniert:
- Plättchenhemmung
- Fettsenkung
- Blutdruckkontrolle
- Optimale Blutzuckereinstellung
- Lebensstilmodifikation
Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen.
2. Minimalinvasive Verfahren
Wenn durch das Gehtraining keine ausreichende Verbesserung erzielt wird, kommen minimalinvasive Therapien wie diese zum Einsatz:
- Ballondilatation (Aufdehnung der Engstelle mit einem Ballonkatheter)
- Stentimplantation (Einsetzen eines Metallröhrchens zur Stabilisierung des Gefäßes)
Spezialisierte Verfahren in unserer Klinik:
Bevorzugt setzen wir moderne Atherektomie-Verfahren ein. Dabei wird das Gefäß von innen gereinigt oder der Kalk gezielt verändert, um die Engstelle zu erweitern.
Zum Einsatz kommen:
- Rotierende Atherektomie-Systeme („Fräsen“)
- Lasertherapie (nur in wenigen spezialisierten Kliniken verfügbar)
- Kalkzertrümmerung („Cracking“, z. B. Shockwave-Technik)
Diese Verfahren ermöglichen eine besonders präzise und schonende Behandlung komplexer Verkalkungen.
3. Operative Therapie
Bei langstreckigen oder schwerwiegenden Verschlüssen kann eine Operation notwendig sein.
Thrombendarteriektomie (TEA)
Freilegung des Gefäßes und Entfernung der Verkalkung
Bypassoperation
Überbrückung des Verschlusses mit:
- einer körpereigenen Vene
- oder einer Kunststoffprothese
Dabei wird der Blutfluss über eine Umleitung wiederhergestellt.
Individuelle Therapieentscheidung
Welches Therapiekonzept zur Anwendung kommt, wird individuell entschieden – auf Grundlage moderner Bildgebung (z. B. Duplexsonografie, CT, MRT) sowie unter Berücksichtigung der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung der Patient*in. Unser Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern, Schmerzen zu lindern, Gewebeschäden zu vermeiden und die Mobilität langfristig zu erhalten.