Dialysezugang

Sichere Gefäßzugänge durch Shunt-Operationen und -Korrekturen

Bei fortgeschrittener oder fehlender Nierenfunktion ist die regelmäßige Blutwäsche (Hämodialyse) lebensnotwendig. Voraussetzung dafür ist ein gut funktionierender und dauerhaft nutzbarer Dialysezugang. Die Anlage solcher Gefäßzugänge – auch in komplexen Situationen – stellt einen besonderen Schwerpunkt unserer Klinik dar. Unser erfahrenes Team verfügt über umfassende Expertise in der Shunt-Chirurgie und der Versorgung auch komplexer Gefäßsituationen. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir ein individuelles Konzept, das langfristige Funktionalität, Sicherheit und möglichst viel Komfort im Alltag gewährleistet. Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung – wir sind an Ihrer Seite.

Warum ist ein Dialysezugang notwendig?

Bei chronischem Nierenversagen können Giftstoffe und überschüssige Flüssigkeit nicht mehr ausreichend über die Nieren ausgeschieden werden. Die Hämodialyse übernimmt diese Aufgabe: Das Blut wird außerhalb des Körpers über eine Dialysemaschine gefiltert und gereinigt. Damit dieses Verfahren zuverlässig funktioniert, muss das Blut mit ausreichend hoher Geschwindigkeit aus dem Körper geleitet werden. Der natürliche Blutfluss in den Venen reicht hierfür nicht aus – daher ist ein speziell angelegter Gefäßzugang erforderlich.

Shunt-Chirurgie – Anlage einer AV-Fistel

Die bevorzugte Form des Dialysezugangs ist die sogenannte arteriovenöse Fistel (AV-Fistel) – auch Shunt genannt. Hierbei wird operativ eine oberflächliche Vene des Arms mit einer benachbarten Arterie verbunden. Durch den höheren Druck in der Arterie entsteht ein kräftiger Blutfluss in der Vene. Diese kann später problemlos für die Dialyse punktiert werden.

Ziel ist es, den Shunt möglichst ohne künstliches Material anzulegen – idealerweise mit körpereigenen Gefäßen.

Wenn körpereigene Gefäße nicht geeignet sind – etwa bei ungünstigen Gefäßverhältnissen oder nach langjähriger Dialyse – kann alternativ eine Kunststoffprothese eingesetzt werden. Diese dient als künstliche Verbindung zwischen Arterie und Vene.

Planung und Durchführung

Vor der Operation erfolgt eine genaue Untersuchung der Gefäße mittels Ultraschall (Venenmapping), um die bestmögliche Lokalisation auszuwählen.

Die Anlage erfolgt bevorzugt:

  • am nicht-dominanten Arm
  • möglichst handgelenksnah
  • in der Regel in lokaler Betäubung

Nur selten ist eine Vollnarkose erforderlich.

Ein gut funktionierender Shunt gewährleistet:

  • ausreichenden Blutfluss
  • sichere und wiederholte Punktion
  • effektive Entfernung von Stoffwechselprodukten
  • gezielte Entwässerung des Körpers

Dialysekatheter (Vorhofkatheter)

In bestimmten Situationen ist eine sofortige Dialyse erforderlich – etwa bei akutem Nierenversagen oder bis eine neu angelegte AV-Fistel vollständig ausgereift ist. In diesen Fällen wird vorübergehend ein Dialysekatheter (Vorhofkatheter, z. B. Demers-Katheter) eingesetzt. Dieser wird ultraschallgestützt über die Halsvene bis in den rechten Herzvorhof vorgeschoben.

Der Katheter ermöglicht:

  • sofortige Dialysebehandlung
  • direkte Anbindung an das Dialysegerät
  • sichere Überbrückung bis zur Shuntreifung

Individuelle Versorgung – auch bei komplexen Situationen

Die Anlage von Dialysezugängen erfordert Erfahrung und präzise Planung. Unser Ziel ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die bestmögliche, langfristig stabile Lösung zu schaffen – auch bei schwierigen Gefäßverhältnissen oder mehrfachen Voroperationen.

Die Anlage und der Erhalt eines funktionierenden Dialysezugangs sind entscheidend für Ihre Behandlung und Lebensqualität. Wir wissen, dass dieser Schritt für viele Patientinnen und Patienten mit Unsicherheiten und Fragen verbunden ist. Deshalb legen wir besonderen Wert auf eine einfühlsame Betreuung, verständliche Aufklärung und eine enge Begleitung in jeder Phase der Behandlung.