Versorgung bei Aneurysma

Moderne Therapien bei Gefäßaussackungen

Ein Aneurysma ist eine krankhafte Aussackung eines Blutgefäßes. Bleibt diese unbehandelt, kann es im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Gefäßruptur kommen. Dank moderner minimalinvasiver Verfahren können wir Aneurysmen heute zunehmend schonender und mit deutlich reduziertem Risiko behandeln.

Wo können Aneurysmen auftreten?

Aneurysmen können grundsätzlich in allen Gefäßregionen entstehen, unter anderem:
 
  • an der großen Brust- und Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma, Brustaortenaneurysma)
  • an Organarterien (z. B. Milzarterie)
  • an Beinschlagadern (z. B. Kniearterien)
  • an Hirngefäßen (in der Regel neuroradiologische Behandlung)
In unserer Klinik liegt der Schwerpunkt auf der Behandlung von Aneurysmen der Aorta (z. B. Bauchaortenaneurysma) und peripherer Gefäße.

Minimalinvasive Therapie – moderne Aneurysmaversorgung

Bis in die frühen 1990er Jahre wurden Aortenaneurysmen ausschließlich offen operiert. Dabei mussten der Brust- oder Bauchraum eröffnet und die große Schlagader vorübergehend ausgeklemmt werden – ein Eingriff mit erheblicher Belastung für den Körper. Mit der Entwicklung der endovaskulären Therapie (EVAR/TEVAR) hat sich die Behandlung grundlegend verändert.

Endovaskuläre Aneurysmatherapie (Stentgraft-Verfahren)

Heute werden in den meisten Fällen sogenannte Stentgrafts eingesetzt – spezielle Gefäßprothesen, die minimalinvasiv über die Leistengefäße bis in die Aorta vorgeschoben werden. Dort wird die Prothese von innen in der erkrankten Gefäßregion entfaltet und stabilisiert die Gefäßwand.

Vorteile der minimalinvasiven Methode:

  • keine Eröffnung des Bauch- oder Brustraums
  • kein Ausklemmen der großen Schlagader
  • deutlich geringeres operatives Trauma
  • schnellere Erholung
  • signifikant reduziertes perioperatives Sterberisiko (= Risiko, während oder kurz nach der OP zu versterben)

Studienlage

Große Studien (z. B. EVAR-1) zeigen, dass die perioperative Sterblichkeit bei Bauchaortenaneurysmen durch die minimalinvasive Therapie von 4,7 % auf 1,7 % gesenkt werden konnte. Heute werden etwa 70 % aller Aneurysmen endovaskulär behandelt.

Wann ist eine offene Operation notwendig?

Nicht jedes Aneurysma eignet sich für ein minimalinvasives Verfahren. In bestimmten anatomischen Situationen oder bei komplexen Befunden kann eine offene Operation erforderlich sein. Auch hier verfügen wir über die entsprechende operative Expertise.

Individuelle Therapieplanung

Die Entscheidung für das geeignete Verfahren erfolgt individuell auf Basis moderner Bildgebung (CT-Angiografie, MRT, Duplexsonografie) sowie unter Berücksichtigung der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung der Patientin oder des Patienten. Unser Ziel ist es, das Risiko einer Gefäßruptur sicher zu verhindern und gleichzeitig das operative Trauma so gering wie möglich zu halten.